Bonus Buy und Feature-Kauf: Mathematik und Rechtslage in Deutschland

Von der Redaktion CasinosweltAktualisiert am 18+ · Es gelten die AGB der Anbieter

Auf dieser Seite
  1. So funktioniert Bonus Buy
  2. Die Mathematik: Was ein Feature-Kauf rechnerisch kostet
  3. Die Rechtslage: Wo Bonus Buy auf das Gesetz trifft
  4. Bonus Buy, Freispiele und Freispiel-Bonus: drei verschiedene Dinge
  5. Woran Sie ein unerlaubtes Angebot erkennen
  6. Kurz zusammengefasst: Gleiche Quote, anderes Risiko
  7. Häufige Fragen

So vergleichen wirPartnerlinks: Wir erhalten ggf. eine ProvisionNur ab 18 JahrenLizenzstatus je Anbieter angegeben

Laptop mit leerem Bildschirm neben einem hohen Stapel Casino-Chips und einem Taschenrechner
Foto: Jismab / Wikimedia Commons, CC0

Mit einem Klick direkt in die Freispielrunde – im Ausland ist das bei vielen Slots Standard. Wir rechnen vor, was ein Feature-Kauf kostet, welche Regeln des Glücksspielstaatsvertrags ihm entgegenstehen und was Bonusrunden davon unterscheidet.

Bei vielen Slots außerhalb Deutschlands gibt es neben dem Start-Knopf eine zweite Schaltfläche: „Bonus kaufen“. Statt auf drei Scatter-Symbole zu warten, zahlt der Spieler einen festen Preis und landet sofort in der Freispielrunde. Bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis begegnet einem diese Option nicht – und das hat Gründe, die sich aus dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ableiten lassen.

Wir erklären die Funktionsweise, rechnen die Mathematik in Euro durch, prüfen die Rechtsgrundlage und grenzen den Feature-Kauf von Freispielen ab. Alle Inhalte richten sich an Erwachsene ab 18 Jahren.

So funktioniert Bonus Buy

Ein klassischer Video-Slot hat ein Grundspiel und eine oder mehrere Bonusfunktionen, meist Freispiele mit Multiplikatoren oder besonderen Symbolen. Die Bonusfunktion wird zufällig ausgelöst, typischerweise durch eine bestimmte Zahl von Scatter-Symbolen. Bis dahin können viele Spins vergehen.

Der Bonus Buy – auch Feature-Kauf oder Kaufoption genannt – überspringt das Warten. Der Preis wird als Vielfaches des gewählten Einsatzes angegeben. Ein häufiges Modell ist das 100-Fache: Bei 1 € Einsatz kostet die Bonusrunde 100 €, bei 0,20 € Einsatz 20 €. Der Spieler zahlt einmal und spielt die gesamte Bonusrunde, ohne zwischendurch erneut zu setzen.

Die Mathematik: Was ein Feature-Kauf rechnerisch kostet

Für die Rechnung nehmen wir Beispielwerte an: einen Basiseinsatz von 1 €, einen Kaufpreis von 100 € und eine Auszahlungsquote (RTP) der Kaufoption von 96 %. Diese Werte sind ein Rechenbeispiel, keine Angaben eines bestimmten Spiels.

GrößeRechnungErgebnis
Kaufpreis100 × 1 €100 €
Erwartete Rückzahlung100 € × 96 %96 €
Erwarteter Verlust je Kauf100 € − 96 €4 €
Erwarteter Verlust bei zehn Käufen10 × 4 €40 €
Kapitalbedarf für zehn Käufe10 × 100 €1.000 €

Auf den ersten Blick wirkt das harmlos: Je eingesetztem Euro verliert man im Mittel vier Cent, genau wie bei 100 normalen Spins mit derselben Quote. Der entscheidende Unterschied liegt nicht im Erwartungswert, sondern in zwei anderen Größen.

Erstens: das Tempo

Im deutschen Erlaubnissystem dauert ein Spin nach § 22a Abs. 6 GlüStV 2021 durchschnittlich mindestens fünf Sekunden. 100 Spins zu 1 € brauchen damit mindestens 500 Sekunden, also gut acht Minuten. Beim Feature-Kauf werden dieselben 100 € mit einem einzigen Klick eingesetzt. Wie stark die Taktung den Geldabfluss bremst, rechnen wir im Beitrag zur 5-Sekunden-Regel vor.

Auch mit den seit Juli 2026 möglichen höheren Einsätzen bleibt ein deutlicher Abstand. Die folgende Tabelle zeigt, wie lange es im erlaubten Grundspiel mindestens dauert, 100 € umzusetzen:

WegSpins für 100 € UmsatzMindestdauer bei 5 Sekunden je Spin
Grundspiel mit 1 € Einsatz100500 Sekunden (8 Min. 20 Sek.)
Grundspiel mit 3 € Einsatz34170 Sekunden (2 Min. 50 Sek.)
Grundspiel mit 5 € Einsatz20100 Sekunden (1 Min. 40 Sek.)
Feature-Kauf zum 100-Fachen von 1 €1 Kaufein Klick

Zur Einordnung der Quote: Die Landesfachstellen für Glücksspielsucht geben in ihrem offenen Brief vom 11. August 2026 an, dass sich die Auszahlungsquote bei den meisten virtuellen Automatenspielen in Deutschland zwischen 84 % und 90 % bewegt. Mit einer solchen Quote läge der erwartete Verlust je 100 € nicht bei 4 €, sondern bei 10 € bis 16 €.

Zweitens: die Schwankung

Das Ergebnis einer einzelnen Bonusrunde streut stark. Ein Teil der gekauften Runden bringt weniger als den Kaufpreis zurück, manche nur einen Bruchteil, wenige ein Vielfaches. Wer 1.000 € Budget hat, kann mit zehn Käufen sehr schnell bei null stehen – obwohl der Erwartungswert nur 40 € Verlust beträgt. Im Grundspiel verteilt sich dasselbe Risiko auf viele kleine Einsätze.

Für Spieler mit Monatslimit ist das besonders relevant: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 € entspräche im Beispiel genau zehn Käufen. Mehr dazu im Beitrag Monatslimit 1.000 € planen.

Die Rechtslage: Wo Bonus Buy auf das Gesetz trifft

Vorweg zur Klarstellung: Die Wörter „Bonus Buy“ oder „Feature-Kauf“ stehen nicht im Glücksspielstaatsvertrag 2021. Die Unvereinbarkeit ergibt sich aus mehreren Vorschriften des § 22a für virtuelle Automatenspiele, die zusammenwirken.

§ 22a Abs. 7: Höchsteinsatz je Spiel

„Der Einsatz darf einen Euro je Spiel nicht übersteigen.“ So steht es in Satz 1. Satz 2 erlaubt der zuständigen Behörde, den Höchsteinsatz an geänderte Verhältnisse anzupassen. Davon hat die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit ihrer Entscheidungsrichtlinie Stand 1. Juli 2026 Gebrauch gemacht: Bis längstens 31. Dezember 2027 kann das Limit stufenweise auf maximal 5 € angehoben werden – bis 3 € für Spieler ab 21 Jahren, bis 5 € zusätzlich nach einem Qualifikationszeitraum von 90 Tagen ohne suchtauffälliges Spielverhalten.

Ein Feature-Kauf zum 100-Fachen eines 1-€-Einsatzes bedeutet 100 € für eine Spielrunde. Das liegt um ein Vielfaches über jeder dieser Stufen. Selbst bei einem Basiseinsatz von nur 0,10 € kostet ein 100-facher Kauf 10 € – immer noch das Doppelte des höchsten erlaubten Einsatzes.

Die amtlichen Erläuterungen zum Staatsvertrag nennen den Zweck des Höchsteinsatzes: Er dient der Reduzierung der Spielsuchtgefahren und begrenzt das „Hinterherjagen“ hinter erlittenen Verlusten durch höhere Einsätze beim jeweils nächsten Spiel. Genau dieses Muster ermöglicht eine Kaufoption, mit der sich nach einem Verlust sofort ein großer Betrag auf ein einziges Ereignis setzen lässt.

§ 22a Abs. 4 und 6: Ein Klick, ein Spiel, fünf Sekunden

Absatz 4 verlangt, dass jedes Spiel nur auf eine eigene Erklärung des Spielers hin beginnt und Erklärungen, an mehreren Spielen in Folge teilzunehmen, unzulässig sind. Absatz 6 verlangt eine durchschnittliche Spieldauer von fünf Sekunden. Wird eine Bonusrunde als Bündel vieler Spiele zu einem Gesamtpreis verkauft, gerät sie mit beiden Vorgaben in Konflikt.

§ 22a Abs. 1: Jedes Spiel braucht eine Erlaubnis

Schließlich muss jedes virtuelle Automatenspiel vorab von der Behörde erlaubt werden, und seine Ausgestaltung darf den Zielen des § 1 nicht zuwiderlaufen. Laut Erläuterungen hat die Behörde dabei einen Einschätzungsspielraum. Ein nicht erlaubtes Spiel ist unerlaubtes Glücksspiel – auch bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis.

VorschriftInhaltKonflikt mit Bonus Buy
§ 22a Abs. 7Höchsteinsatz 1 €, seit 1.7.2026 stufenweise bis 5 €Kaufpreis liegt typischerweise beim Vielfachen dieses Limits
§ 22a Abs. 4jedes Spiel nur auf eigene Erklärung, keine Folge-Erklärungeneine Zahlung für viele Spins
§ 22a Abs. 6durchschnittlich mindestens 5 Sekunden je Spielgroßer Einsatz ohne Taktung des Grundspiels
§ 22a Abs. 1Erlaubnis je Spiel, keine Ausgestaltung gegen die Ziele des § 1Behörde prüft Suchtanreiz der Mechanik

Bonus Buy, Freispiele und Freispiel-Bonus: drei verschiedene Dinge

Im Alltag werden die Begriffe oft vermischt. Für die Rechtslage ist die Unterscheidung wichtig:

  • Ausgelöste Freispiele im Slot: Sie sind Teil des Spiels und werden zufällig erreicht. Die GGL erwähnt Freispiele in ihren Auslegungshinweisen ausdrücklich in einem Formulierungsbeispiel zur Höchstgewinnwahrscheinlichkeit – sie sind also Bestandteil erlaubter Slots.
  • Gekaufte Freispiele (Bonus Buy): Der Spieler zahlt einen Preis oberhalb des Einsatzlimits, um die Funktion sofort zu starten.
  • Freispiele als Casino-Bonus: Ein Werbeangebot des Anbieters, oft an Bedingungen geknüpft. Wie viel solche Angebote wirklich wert sind, zeigt der Beitrag Freispiel-Wert berechnen; eine Übersicht gibt es unter Freispiele.

Woran Sie ein unerlaubtes Angebot erkennen

Ein Knopf „Bonus kaufen“ ist ein deutlicher Hinweis, dass ein Slot nicht für den deutschen Markt erlaubt wurde. Häufig fallen weitere Funktionen auf, die bei erlaubten Anbietern fehlen: Autoplay, Turbo-Spins oder ein wachsender Jackpot. Eine Übersicht dazu bietet der Beitrag zum Autoplay-Verbot.

  1. Prüfen Sie, ob der Anbieter auf der amtlichen Whitelist der GGL steht.
  2. Achten Sie auf Einsätze in Euro und Cent; Punkte oder Fremdwährungen sind nach § 22a Abs. 5 unzulässig.
  3. Betrachten Sie die Bedienleiste: Kaufoption, Autoplay und Turbo gehören nicht in einen erlaubten Slot.

Bei unerlaubten Anbietern fehlen Einzahlungslimit, Spielpausen und der Anschluss an das Sperrsystem. Wenn Sie merken, dass Sie immer höhere Beträge setzen, um Verluste auszugleichen: Die BZgA-Telefonberatung ist unter 0800 1 37 27 00 kostenlos und anonym erreichbar, weitere Hilfe gibt es auf check-dein-spiel.de.

Kurz zusammengefasst: Gleiche Quote, anderes Risiko

Bonus Buy verändert nicht zwingend den erwarteten Verlust je Euro, wohl aber die Höhe des Einsatzes je Ereignis und das Tempo, mit dem Geld abfließt. Genau diese beiden Größen begrenzt der Glücksspielstaatsvertrag 2021: § 22a Abs. 7 deckelt den Einsatz je Spiel – auch nach der Anhebung vom Juli 2026 auf höchstens 5 € –, Absatz 6 erzwingt eine Taktung von durchschnittlich fünf Sekunden. Ein Kauf für das 100-Fache des Einsatzes ist mit diesen Grenzen nicht vereinbar, auch wenn das Wort „Bonus Buy“ selbst im Gesetz nicht vorkommt.

Häufige Fragen

Steht ein Bonus-Buy-Verbot ausdrücklich im Glücksspielstaatsvertrag?

Nein, der Begriff kommt nicht vor. Die Kaufoption kollidiert aber mit dem Höchsteinsatz je Spiel nach § 22a Abs. 7 sowie mit den Vorgaben zu Spielbeginn und Spieldauer in den Absätzen 4 und 6.

Ist Bonus Buy seit der jüngsten Einsatzerhöhung möglich?

Nein. Die GGL-Entscheidungsrichtlinie erlaubt höchstens 5 € je Spiel. Ein Kauf zum 100-Fachen eines 1-€-Einsatzes kostet 100 € und liegt weit darüber.

Ist ein Feature-Kauf mathematisch schlechter als normales Spielen?

Nicht zwingend je eingesetztem Euro: Bei gleicher Auszahlungsquote ist der erwartete Verlust gleich. Der Einsatz pro Ereignis und die Schwankung sind aber viel höher, das Geld fließt deutlich schneller ab.

Gibt es bei deutschen Slots trotzdem Freispiele?

Ja. Zufällig ausgelöste Freispielrunden sind Teil erlaubter Slots; nur das Kaufen der Runde passt nicht zum Einsatzlimit. Freispiele als Werbebonus erklärt die Seite Freispiele.

Quellen

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