Casino-Lizenz selbst prüfen: Whitelist, Register und falsche Siegel

Von der Redaktion CasinosweltAktualisiert am 18+ · Es gelten die AGB der Anbieter

Auf dieser Seite
  1. Warum für Deutschland nur die GGL-Whitelist zählt
  2. Schritt für Schritt: die Whitelist der GGL
  3. Malta: das Register der MGA
  4. Curaçao: neue Lizenzen unter dem LOK
  5. Isle of Man und Gibraltar
  6. Typische Fälschungen und Fallen
  7. Was die Lizenz für Sie als Spieler bedeutet
  8. Was tun, wenn ein Anbieter fehlt?
  9. Kurz zusammengefasst
  10. Häufige Fragen

So vergleichen wirPartnerlinks: Wir erhalten ggf. eine ProvisionNur ab 18 JahrenLizenzstatus je Anbieter angegeben

Lupe auf einer Laptop-Tastatur neben gestapelten Casino-Chips als Symbol für die Prüfung einer Casino-Lizenz
Foto: Stéphane Magnenat / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ein Siegel im Footer beweist nichts. Wir zeigen, in welchen amtlichen Registern Sie eine Glücksspiellizenz nachschlagen, was die Einträge verraten und warum für Spieler in Deutschland nur eine Liste zählt.

Fast jedes Online-Casino zeigt im Seitenfuß ein Lizenzlogo. Ob dahinter eine echte Erlaubnis steht, sieht man dem Logo nicht an. Die gute Nachricht: Die wichtigsten Aufsichtsbehörden veröffentlichen ihre Lizenznehmer, und die Prüfung dauert nur wenige Minuten.

Wir gehen die Register der Reihe nach durch – zuerst die deutsche Whitelist, dann Malta, Curaçao, Isle of Man und Gibraltar. Dabei gilt ein Grundsatz, den Sie sich vorab merken sollten: Für Spieler in Deutschland entscheidet die deutsche Erlaubnis, nicht eine ausländische Lizenz. Glücksspiel ist nur ab 18 Jahren erlaubt.

Warum für Deutschland nur die GGL-Whitelist zählt

Nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021 veröffentlicht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) eine gemeinsame amtliche Liste der Veranstalter und Vermittler, die eine Erlaubnis oder Konzession nach dem Staatsvertrag haben – die Whitelist. Die GGL formuliert die Konsequenz unmissverständlich: Alle Glücksspielangebote im Internet, die nicht auf der Whitelist stehen, sind illegal. Wer nur einen Antrag gestellt hat, bleibt illegal, bis die Erlaubnis erteilt und der Anbieter gelistet ist.

Das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) ergänzt: Eine Lizenz aus einem anderen EU-Land, etwa aus Malta oder Zypern, ist in Deutschland nicht gültig. Ein Malta-Siegel macht ein Angebot für deutsche Spieler also nicht legal. Mehr zur Rechtslage im Beitrag Sind Online-Casinos illegal?

Schritt für Schritt: die Whitelist der GGL

Die Whitelist steht auf gluecksspiel-behoerde.de im Bereich für Spielende. Beim Abruf für diesen Artikel trug sie den Vermerk „Zuletzt aktualisiert am: 02.10.2026“.

  1. Liste öffnen und nach der passenden Glücksspielart filtern. Für Online-Slots ist das „Virtuelle Automatenspiele“, für Tischspiele wie Roulette „Online-Casinospiele“. Weitere Filter sind unter anderem Sportwetten, Online-Poker und Casinospiele in Spielbanken.
  2. Anbieter suchen – nach Firmennamen, nicht nur nach Markennamen. Die Firma steht im Impressum der Seite.
  3. Glücksspielart abgleichen. Ein Unternehmen kann mehrere Erlaubnisse haben; jede hat einen eigenen Block mit Adresse und Internetseiten. Eine Sportwetten-Erlaubnis deckt keine Slots ab.
  4. Domain exakt vergleichen. Jeder Eintrag listet die erlaubten Internetseiten. Stimmt die Adresse in Ihrer Browserzeile nicht Zeichen für Zeichen mit einer gelisteten Domain überein, gilt die Erlaubnis für diese Seite nicht.
  5. Zuständigkeit und Datum ansehen. Die Liste zeigt, ob die GGL oder eine Landesbehörde zuständig ist, und nennt das Datum der ersten Erlaubnis sowie gegebenenfalls einer Folgeerlaubnis.

Was die Whitelist zeigt – und was nicht

Angabe im EintragWozu Sie sie brauchen
Firmenname und AdresseAbgleich mit dem Impressum
GlücksspielartDeckt die Erlaubnis das Spiel ab, das Sie spielen wollen?
Vertriebsweg und Vertriebsgebietonline, stationär oder hybrid; bundesweit oder nur ein Land
ZuständigkeitGGL oder Glücksspielaufsicht eines Landes
Internetseite(n)der entscheidende Domain-Abgleich
Erstmaliges Erlaubnisdatum, ggf. Folgeerlaubnisseit wann der Anbieter erlaubt ist

Ein Ablaufdatum der Erlaubnis nennt die Liste nicht. Deshalb lohnt es sich, bei einem länger genutzten Anbieter gelegentlich erneut nachzusehen.

Drei schnelle Zusatzzeichen

  • .de-Domain: Laut GGL dürfen erlaubte Anbieter nur eine .de-Domain verwenden. Bei anderen Endungen ist das Angebot in Deutschland unerlaubt.
  • Hinweis auf der Startseite: Erlaubte Anbieter müssen dort auf die staatliche Erlaubnis und die erteilende Behörde hinweisen (§ 6e Abs. 3 GlüStV 2021).
  • GGL-Siegel: Die GGL stellt erlaubten Anbietern ein „Prüf- und Erlaubnissiegel“ zur Verfügung. Die Nutzung ist freiwillig, ersetzt die Whitelist also nicht.

Malta: das Register der MGA

Die Malta Gaming Authority (MGA) betreibt auf mga.org.mt ein Licensee Register sowie einen „URL Checker“, mit dem sich prüfen lässt, ob eine Webadresse zu einem Lizenznehmer gehört. Zusätzlich gibt es eine Rubrik zu „Unauthorised URLs“ – Seiten, die sich fälschlich auf eine maltesische Lizenz berufen.

Dass die Behörde eine eigene Rubrik für nicht autorisierte Adressen pflegt, zeigt das Problem: Eine Lizenznummer im Footer kann erfunden, kopiert oder veraltet sein. Prüfen Sie im Register deshalb nicht nur, ob die Nummer existiert, sondern auch, ob der Status aktuell ist und Firma und Domain zusammenpassen. Der URL Checker ist dafür der direkteste Weg.

Für Beschwerden empfiehlt die MGA, zuerst den Kundendienst des Anbieters zu kontaktieren. Erst danach nimmt sie Beschwerden über ein Online-Formular an, und zwar auf Englisch oder Maltesisch. Für Spieler in Deutschland bleibt es dabei: Die maltesische Lizenz ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht.

Curaçao: neue Lizenzen unter dem LOK

In Curaçao hat sich das System grundlegend geändert. Laut der Curaçao Gaming Authority (CGA) gilt seit dem 24. Dezember 2024 die neue Landsverordening op de kansspelen (LOK), das Landesgesetz über Glücksspiele. Die CGA ist damit Aufsichtsbehörde für Online-Glücksspiel und hatte die Reform bereits im November 2023 schrittweise begonnen.

Schon zum 1. Januar 2024 führte die damalige Gaming Control Board ein digitales Siegel ein. Es durften nur Betreiber zeigen, die die Registrierung im Behördenportal abgeschlossen hatten; nicht alle Inhaber alter Unterlizenzen waren berechtigt. Auf ihrer Website verweist die CGA heute auf ein eigenes Lizenzregister sowie auf Richtlinien zu Spielerbeschwerden und zur außergerichtlichen Streitbeilegung (ADR).

Praktisch heißt das: Ein Curaçao-Logo ohne Verknüpfung zur Behörde ist wenig wert. Gleichen Sie Firmenname und Domain im Register der CGA ab. Für deutsche Spieler gilt auch hier: Eine Curaçao-Lizenz ist keine deutsche Erlaubnis. Warum gerade Krypto-Angebote häufig so lizenziert sind, erklären wir unter Krypto-Casino und Lizenz in Deutschland.

Isle of Man und Gibraltar

Die Gambling Supervision Commission der Isle of Man veröffentlicht ein Online Gambling Licensee Register. Jeder Eintrag zeigt Firmenname, Lizenzstatus, Beginn der Gültigkeit, Lizenztyp und – wenn der Lizenznehmer Spieler direkt bedient – die Website-Domain. Beim Abruf für diesen Artikel war das Register auf dem Stand vom 2. Oktober 2026 und führte einen Eintrag als „Suspended“. Eine separate Liste nennt frühere Lizenzinhaber; dort landen Unternehmen, die ihre Lizenz zurückgegeben haben. Für Beschwerden gibt es eine eigene Seite „Complain about a Licence Holder“.

Gibraltar verweist auf seiner Regierungsseite für Fernglücksspiel an die Gambling Division (gamblingdivision.gov.gi). Dort sollten Sie Lizenzinhaber nachschlagen, statt sich auf Angaben der Casino-Seite zu verlassen.

Typische Fälschungen und Fallen

Aus den Registern und Warnhinweisen der Behörden ergeben sich wiederkehrende Muster:

  • Siegel ohne Link: Ein Logo ist nur ein Bild. Führt es nicht auf eine Seite der Behörde, die genau diese Domain bestätigt, ist es kein Beleg.
  • Lizenznummer, die im Register fehlt oder zu einer Firma gehört, die die Lizenz längst zurückgegeben hat. Die Isle of Man führt solche Unternehmen in einer eigenen Liste früherer Lizenzinhaber.
  • Ähnliche Domain: Ein Unternehmen steht auf der Whitelist, aber die aufgerufene Seite hat eine andere Endung oder ein zusätzliches Wort im Namen. Die Erlaubnis gilt nur für die gelisteten Internetseiten.
  • Falsche Glücksspielart: Der Anbieter hat eine deutsche Sportwetten-Erlaubnis, bietet unter derselben Marke aber auch Casinospiele an, für die er nicht gelistet ist.
  • „Lizenz beantragt“: Laut GGL bleibt ein Angebot bis zur Erteilung und Listung illegal.

Das EVZ nennt zusätzliche Warnsignale: intransparente AGB, ein unvollständiges Impressum ohne Hinweis auf eine deutsche Erlaubnis, fehlende SSL-Verschlüsselung, unrealistische Bonusbedingungen und unseriöse Zahlungsbedingungen.

Was die Lizenz für Sie als Spieler bedeutet

Eine deutsche Erlaubnis bringt die Schutzinstrumente des GlüStV 2021 mit: Anbindung an das Sperrsystem OASIS (siehe OASIS-Sperrdatei erklärt), Panikknopf und Aufsicht durch die GGL. Laut EVZ sind Gewinne nur bei deutsch lizenzierten Anbietern einklagbar, und illegale Anbieter sind nicht an das Sperrsystem angeschlossen.

Hinzu kommt ein strafrechtliches Risiko: Das EVZ weist darauf hin, dass schon die Teilnahme an illegalem Glücksspiel mit Geldstrafe oder bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe bestraft werden kann. Ausländische Lizenzen mit eigenen Beschwerdewegen – wie bei MGA, CGA oder der Isle of Man – ändern daran für Spieler in Deutschland nichts.

Was tun, wenn ein Anbieter fehlt?

Steht ein Anbieter nicht auf der Whitelist, sollten Sie dort nicht spielen und kein Geld einzahlen. Bei bereits eingezahltem Guthaben lohnt der Blick auf die Auszahlungsbedingungen – Hinweise zu realistischen Fristen gibt unser Beitrag Wie lange dauert eine Casino-Auszahlung?

Illegale Angebote können Sie der GGL melden; sie verweist dafür auf ihren Bereich „Beschwerden / Verstoß melden“ mit Hinweisgebersystem und Kontaktformular. Eine Übersicht über Anbieter mit deutscher Erlaubnis finden Sie auf unserer Seite zu seriösen Online-Casinos.

Kurz zusammengefasst

Für Spieler in Deutschland genügt eine Prüfung: Steht das Unternehmen mit der richtigen Glücksspielart und genau dieser Domain auf der GGL-Whitelist? Wenn ja, ist das Angebot erlaubt. Register in Malta, Curaçao, auf der Isle of Man oder in Gibraltar zeigen nur, ob eine ausländische Lizenz echt ist – eine deutsche Erlaubnis ersetzen sie nicht.

Häufige Fragen

Gilt eine Malta-Lizenz in Deutschland?

Nein. Laut Europäischem Verbraucherzentrum ist eine Lizenz aus einem anderen EU-Land, etwa aus Malta oder Zypern, in Deutschland nicht gültig.

Woran erkenne ich ein erlaubtes Online-Casino am schnellsten?

Am Eintrag in der GGL-Whitelist mit passender Glücksspielart und exakt gleicher Domain. Laut GGL nutzen erlaubte Anbieter zudem nur eine .de-Domain.

Reicht das GGL-Siegel als Nachweis?

Nein. Das Prüf- und Erlaubnissiegel ist freiwillig; maßgeblich bleibt der Eintrag in der Whitelist.

Ist ein Anbieter mit beantragter Lizenz schon legal?

Nein. Laut GGL bleibt ein Angebot illegal, bis die Erlaubnis erteilt und der Anbieter auf der Whitelist gelistet ist.

Wie prüfe ich eine Curaçao-Lizenz?

Über das Lizenzregister der Curaçao Gaming Authority, die seit dem LOK vom 24. Dezember 2024 zuständig ist. Für Spieler in Deutschland ersetzt eine Curaçao-Lizenz die deutsche Erlaubnis nicht, siehe Sind Online-Casinos illegal?

Quellen

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