Spielhalle vs. Online-Casino: Einsatz, Pausen und Limits in Zahlen

Von der Redaktion CasinosweltAktualisiert am 18+ · Es gelten die AGB der Anbieter

Auf dieser Seite
  1. Zwei Rechtsgrundlagen für ähnliche Geräte
  2. Die Zahlen nebeneinander
  3. Einsatz und Spieldauer: dieselben 5 Sekunden, anderer Takt
  4. Verlust- und Gewinngrenzen: Stunde gegen Monat
  5. Pausen und Spielunterbrechungen
  6. Sperrsystem OASIS in beiden Welten
  7. Was sich praktisch daraus ergibt
  8. Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
  9. Häufige Fragen

So vergleichen wirPartnerlinks: Wir erhalten ggf. eine ProvisionNur ab 18 JahrenLizenzstatus je Anbieter angegeben

Stoppuhr neben einem Stapel Casino-Chips und einem kleinen Walzenmodell auf einem dunklen Holztisch
Foto: Esp1982 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Beide Automaten drehen Walzen, doch die Regeln stammen aus verschiedenen Gesetzen. Wir legen Spielverordnung und Glücksspielstaatsvertrag nebeneinander und rechnen nach, was das pro Stunde bedeutet.

Wer in einer Spielhalle an einem Geldspielgerät sitzt und abends zu Hause einen Online-Slot startet, spielt unter zwei völlig verschiedenen Regelwerken. Die Spielhalle folgt der Spielverordnung (SpielV), einer Verordnung zur Gewerbeordnung. Der Online-Slot heißt rechtlich „virtuelles Automatenspiel“ und ist in § 22a GlüStV 2021 geregelt.

Die Unterschiede sind größer, als die ähnliche Optik vermuten lässt. Die Spielhalle begrenzt vor allem den Verlust pro Stunde, das Online-Casino vor allem die Einzahlung pro Monat. Wir stellen die Zahlen aus den Gesetzestexten nebeneinander. Glücksspiel ist in beiden Fällen erst ab 18 Jahren erlaubt.

Zwei Rechtsgrundlagen für ähnliche Geräte

Für Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten legt § 13 SpielV fest, welche technischen Grenzen ein Gerät einhalten muss, damit es zugelassen wird. Zusätzlich gelten für Spielhallen Teile des Glücksspielstaatsvertrags, darunter das Spielersperrsystem nach § 8.

Für das Internet ist § 22a GlüStV 2021 die zentrale Norm. Sie wird ergänzt durch die Regeln zum Spielkonto (§ 6a), zum Einzahlungslimit (§ 6c) und zum Verbot des parallelen Spiels (§ 6h). Zuständig für die Erlaubnis ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL).

Die Zahlen nebeneinander

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Grenzen zusammen. Alle Angaben stammen aus den unten verlinkten Gesetzestexten und der Entscheidungsrichtlinie der GGL.

RegelSpielhalle (SpielV)Online-Slot (GlüStV 2021)
Mindestdauer je Spiel5 Sekunden (§ 13 Nr. 2)durchschnittlich mindestens 5 Sekunden (§ 22a Abs. 6)
Höchsteinsatz je Spiel0,20 € (§ 13 Nr. 2)1 € (§ 22a Abs. 7); seit 1.7.2026 ab 21 Jahren bis 3 €, mit Qualifikation bis 5 €
Höchstgewinn je Spiel2 € (§ 13 Nr. 2)keine feste Eurogrenze; Gewinn muss vorab festgelegtes Vielfaches des Einsatzes sein (§ 22a Abs. 8)
Verlust pro Stundehöchstens 60 € (§ 13 Nr. 4)keine Stundengrenze
Gewinn pro Stundehöchstens 400 € (§ 13 Nr. 5)keine Stundengrenze
Einzahlungslimitkeines (Bargeld am Gerät)grundsätzlich 1.000 € pro Monat, anbieterübergreifend (§ 6c Abs. 1)
Pause5 Minuten nach einer Stunde (§ 13 Nr. 6)Hinweis nach 60 Minuten, danach 5 Minuten Wartezeit (§ 22a Abs. 9 i. V. m. § 6h Abs. 7)
Neustartnach 3 Stunden 5 Minuten Ruhezustand, Speicher geleert (§ 13 Nr. 6a)keine Entsprechung
Automatisches Spieljeder Einsatz nur durch körperliche Betätigung (§ 13 Nr. 7)Autoplay unzulässig (§ 22a Abs. 4)
Geldspeicher am Geräthöchstens 10 € (§ 13 Nr. 7)Guthaben im Spielkonto
JackpotJackpots aus der Stundengewinngrenze ausgenommen (§ 13 Nr. 5)Jackpotverbot (§ 22a Abs. 8)
Mehrere Spiele gleichzeitignicht verboten; Mehrplatzgeräte mit höchstens vier Spielstellen (§ 13 Nr. 8b)verboten, auch beim selben Spiel (§ 22a Abs. 10)
Sperrabgleich OASISbei jedem Betreten und vor dem ersten Spiel (§ 8 Abs. 3)bei Aktivschaltung vor dem Spiel (§ 8 Abs. 3 i. V. m. § 6h)

Einsatz und Spieldauer: dieselben 5 Sekunden, anderer Takt

Beide Systeme arbeiten mit einer Fünf-Sekunden-Grenze, aber unterschiedlich streng. In der Spielhalle muss jedes einzelne Spiel mindestens 5 Sekunden dauern. Online genügt es, wenn ein Spiel im Durchschnitt mindestens 5 Sekunden dauert. Details dazu erklären wir im Beitrag zur 5-Sekunden-Regel.

Beim Einsatz ist der Abstand deutlich. 0,20 € in der Spielhalle stehen 1 € online gegenüber. Die SpielV erlaubt höhere Einsätze nur bei längerer Spieldauer: Zwischen 5 und 75 Sekunden darf der Einsatz um höchstens 0,03 € je volle Sekunde steigen, der Gewinn um höchstens 0,30 € je volle Sekunde.

Neu: höhere Online-Einsätze

§ 22a Abs. 7 Satz 2 GlüStV erlaubt der Behörde, den Höchsteinsatz an geänderte Verhältnisse anzupassen. Davon hat die GGL mit einer Entscheidungsrichtlinie (Stand 1.7.2026) Gebrauch gemacht. Danach kann der Einsatz stufenweise bis höchstens 5 € steigen, befristet bis längstens 31. Dezember 2027.

  • Erste Stufe, über 1 € bis 3 €: Der Spieler muss mindestens 21 Jahre alt sein.
  • Zweite Stufe, über 3 € bis 5 €: zusätzlich ein Qualifikationszeitraum von 90 Tagen ohne suchtauffälliges Spielverhalten im Monitoring, ein spezielles Limit-Monitoring durch den Anbieter mit vierteljährlicher Meldung an die Aufsicht und die Einwilligung des Spielers in die nötige Datenverarbeitung.

Fachstellen für Glücksspielsucht haben die Erhöhung in einem offenen Brief vom 11. August 2026 scharf kritisiert. Was der ursprüngliche Euro bedeutet, beschreibt unser Beitrag zum Einsatzlimit von 1 €.

Verlust- und Gewinngrenzen: Stunde gegen Monat

Hier liegt der wichtigste Unterschied. Die Spielhalle kappt den Verlust bei 60 € pro Stunde, gerechnet als Einsätze minus Gewinne. Auch der Gewinn ist auf 400 € pro Stunde begrenzt. Online gibt es keine Stundengrenze, sondern das monatliche Einzahlungslimit von grundsätzlich 1.000 € über alle Anbieter.

Rechenbeispiel pro Stunde

In der Spielhalle sind bei 5 Sekunden je Spiel höchstens 720 Spiele pro Stunde möglich. Mit 0,20 € Einsatz sind das maximal 144 € Umsatz. Egal wie die Walzen fallen: Mehr als 60 € Verlust in dieser Stunde lässt das Gerät nicht zu.

Online sieht die Rechnung anders aus. Der offene Brief der Fachstellen rechnet mit einer Auszahlungsquote von 87 %: Bei 1 € Einsatz gehen im Mittel 0,13 € je Spiel verloren, bei 720 Spielen also gut 93 € pro Stunde. Bei 5 € Einsatz steigt der statistische Verlust auf 0,65 € je Spiel, nach der Rechnung der Fachstellen bis zu 468 € pro Stunde. Das Monatslimit von 1.000 € wäre damit statistisch nach etwas über 2 Stunden erreicht, bei 1 € Einsatz nach rund 10,7 Stunden.

Wie Sie mit dem Monatslimit planen, zeigt unser Beitrag zum Budget mit 1.000 € Monatslimit.

Pausen und Spielunterbrechungen

Beide Systeme erzwingen eine Pause, aber nach unterschiedlicher Logik.

  • Spielhalle: Nach einer Stunde Spielbetrieb legt das Gerät eine Pause von mindestens 5 Minuten ein. In dieser Zeit nimmt es keine Einsätze an, zahlt keine Gewinne aus und erlaubt keine Demospiele. Nach drei Stunden folgt ein Ruhezustand von mindestens 5 Minuten, in dem die Geldspeicher geleert und die Anzeigen zurückgesetzt werden.
  • Online: Der Anbieter muss die Zeit seit der Aktivschaltung anzeigen. Nach 60 Minuten darf nur weitergespielt werden, wenn Sie auf die verstrichene Zeit hingewiesen wurden und das ausdrücklich bestätigt haben. Bei virtuellen Automatenspielen geht es danach erst 5 Minuten später weiter. Das wiederholt sich nach jeweils weiteren 60 Minuten.

Hinzu kommt online das Verbot automatischer Folgespiele: Jedes Spiel startet nur auf eine Erklärung des Spielers, die erst nach dem vorherigen Spiel abgegeben werden darf. Mehr dazu im Beitrag zum Autoplay-Verbot.

Sperrsystem OASIS in beiden Welten

Das zentrale Spielersperrsystem gilt spielformübergreifend. Gesperrte Spieler dürfen an öffentlichen Glücksspielen nicht teilnehmen, ausgenommen sind nur bestimmte Lotterien und Pferdewetten. Der Unterschied liegt im Zeitpunkt des Abgleichs:

  • In Spielhallen, Spielbanken und Wettvermittlungsstellen wird bei jedem Betreten und vor dem ersten Spiel während eines Aufenthalts abgeglichen, anhand eines amtlichen Ausweises oder einer vergleichbaren Kontrolle.
  • Im Internet wird die Identität zuerst technisch festgestellt und dann zu dem Zeitpunkt abgeglichen, zu dem der Anbieter den Spieler in der Aktivitätsdatei aktiv schaltet.

Eine Sperre gilt also für die Spielhalle um die Ecke genauso wie für jeden erlaubten Online-Anbieter. Wie die Datei funktioniert, erklären wir im Beitrag zur OASIS-Sperrdatei.

Was sich praktisch daraus ergibt

Die Spielhalle schützt eher kurzfristig: Kleine Einsätze, eine harte Verlustgrenze pro Stunde und Zwangspausen bremsen eine einzelne Sitzung. Sie kennt aber kein Monatslimit; wer jeden Tag kommt, kann über den Monat viel Geld verlieren.

Das Online-Casino schützt eher über den Monat: Das anbieterübergreifende Einzahlungslimit setzt eine feste Obergrenze für neues Geld. Innerhalb dieses Rahmens kann eine einzelne Stunde aber deutlich teurer werden als in der Spielhalle, vor allem mit den seit Juli 2026 möglichen höheren Einsätzen.

Ein weiterer Unterschied betrifft das Spielen an mehreren Geräten. In der Spielhalle verbietet § 13 SpielV nicht, nacheinander oder nebeneinander mehrere Geräte zu nutzen; jedes Gerät zählt seine Stundengrenzen für sich. Online ist das gleichzeitige Spielen mehrerer virtueller Automatenspiele ausdrücklich untersagt, und das Parallelspielverbot verhindert zusätzlich, dass Sie bei zwei Anbietern zugleich aktiv sind.

Auch beim Bargeld zeigen sich die Unterschiede. Am Geldspielgerät dürfen Einsatz- und Gewinnspeicher zusammen höchstens 10 € enthalten, höhere Beträge werden sofort ausgezahlt. Online bleibt das Guthaben dagegen im Spielkonto stehen, bis Sie eine Auszahlung beantragen. Das macht es leichter, Gewinne direkt wieder einzusetzen.

Wer merkt, dass das Spielen in einer der beiden Welten zum Problem wird, findet kostenfreie und anonyme Hilfe bei der Telefonberatung der BZgA zur Glücksspielsucht unter 0800 1 37 27 00 und auf check-dein-spiel.de.

Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick

Gleich sind die Fünf-Sekunden-Grenze, die Pflicht zur Pause und der Abgleich mit OASIS. Verschieden sind Höhe des Einsatzes, Art der Verlustbegrenzung und die Frage, ob mehrere Geräte gleichzeitig laufen dürfen. Die Spielhalle rechnet in Stunden, das Online-Casino in Monaten. Wer beide Regelwerke kennt, kann das eigene Budget realistischer planen.

Häufige Fragen

Wie viel darf ich in der Spielhalle pro Stunde verlieren?

Nach § 13 Nr. 4 SpielV darf ein Geldspielgerät höchstens 60 € Verlust pro Stunde zulassen, gerechnet als Einsätze minus Gewinne.

Gibt es online eine Verlustgrenze pro Stunde?

Nein. Online gilt stattdessen ein anbieterübergreifendes Einzahlungslimit von grundsätzlich 1.000 € im Monat nach § 6c GlüStV 2021.

Sind Online-Einsätze über 1 € jetzt erlaubt?

Seit 1.7.2026 erlaubt eine Entscheidungsrichtlinie der GGL ab 21 Jahren bis 3 € und nach einem 90-tägigen Qualifikationszeitraum bis 5 €, befristet bis Ende 2027. Anbieter müssen das nicht anbieten.

Gilt meine OASIS-Sperre auch in der Spielhalle?

Ja. Das Sperrsystem ist spielformübergreifend, und Spielhallen müssen bei jedem Betreten mit der Sperrdatei abgleichen.

Quellen

Mehr aus dem Ratgeber